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Jennys mobile Pferdeschule

Fallbeispiel: Geriatrischer Patient



Meine Facharbeit zur Zertifizierung als Tierheilpraktikerin beim VDT (Verband deutscher Tierheilpraktiker)

Fallstudie 
 
Sperber, ein 25 Jahre alter Wallach bekommt sein Gnadenbrot. Es kann zwar aufgrund seines Alters und seiner körperlichen Verfassung nicht mehr geritten werden, hatte aber keine gesundheitlichen Probleme. Seit ein paar Tagen macht ihm die Hochsommerhitze sehr zu schaffen. Er hat stark abgenommen und zeigt starke Bewegungseinschränkungen  der Hinterhand. Der Urin kann nicht mehr kontrolliert werden. Beim Gehen läuft er in große Mengen  schwallartig aus der Harnröhre, im ruhenden Zustand kommt es immer wieder zu leichtem Harnträufeln. Man beobachtet schon seit Monaten eine altersbedingte lordoseartige Veränderung der Wirbelsäule. Im Herdenverband ist er in seiner Rangordnung stark abgefallen, was zur Folge hat, dass er nur schwer an die Wasserstelle herankommt um zu trinken. Die meiste Zeit steht er isoliert auf der Koppel. Sein Appetit ist sehr gut, die Weiden geben aber wegen der starken Hitze nicht mehr genügend Gras ab, um davon satt zu werden. 
 
Einleitung 

Das alte Pferd 
Die Probleme, mit denen mein Patient „Sperber“ zu kämpfen hat betreffen viele ältere Pferde. 
Als „alt“ wird ein Pferd ab dem 20. Lebensjahr bezeichnet. Viele Pferdesenioren sind in diesem Alter noch top fit, bei anderen fangen die Zipperlein schon früher an. 
Allen gemein ist, dass wir ihnen besondere Aufmerksamkeit und Pflege schulden, damit sie noch ein langes gesundes Leben vor sich haben. 
Ein altes Pferd kann man häufig an den folgenden Merkmalen erkennen: ergrautes Fell, insbesondere am Kopf,  Senkrücken mit hervorstehendem Widerrist, fehlende Muskulatur, herausstechende Wirbelsäule, eingefallenes Gesicht mit Löchern über den Augen, langsame, erschwerte Futteraufnahme, mangelnder Appetit, schlechte Futterverwertung, häufig Probleme beim Fellwechsel, Lahmheiten aufgrund von Arthrosen auch ein Abfall in der Rangordnung ist nicht selten zu beobachten. 
Neben diesen offensichtlichen Anzeichen verändert sich auch innerlich so einiges: Herz, Leber, Niere, das Hormon- und Immunsystem alle arbeiten nicht mehr so gut wie beim jungen Tier. Aber auch Muskeln, Sehnen, Bänder und Knochen werden empfindlicher. 
Genau zu beobachten ist außerdem das Ruheverhalten. Oft trauen sich alte Pferde nicht mehr sich abzulegen, entweder weil sie sich in der Herde nicht ausreichend sicher fühlen oder aus Angst nicht mehr aufstehen zu können.  
All diese Veränderungen führen dazu, dass das alte Pferd anfälliger für Erkrankungen und Verletzungen wird und länger braucht um zu heilen und sich zu erholen. 
Dem Tierheilpraktiker bieten sich jede Menge Möglichkeiten die Pferdesenioren zu unterstützen. Sei es durch die Stärkung des Immunsystems, Entgiftung und Anregung des Stoffwechsels, Schmerztherapie, Unterstützung der inneren Organe und insbesondere Beratung und Aufklärung der Besitzer. 
 
Untersuchung 

Anamnese 
Bei der Anamnese werden, noch vor der eigentlichen Untersuchung, die wichtigen „Eckdaten“ vom Besitzer erfragt. Dies sind insbesondere: 
Allgemeine Angaben: Name, Alter, Rasse, Geschlecht (wenn kastriert, seit wann?),  
Aber auch Name, Adresse Telefonnummer des Besitzers 
Aktuelle Erkrankung / Grund des Besuches: Was? Seit wann? Bisherige Diagnose und Therapie? 
Haltungsbedingungen, Fütterung, Appetit, Ausscheidungen 
Vorgeschichte: Bisherige Erkrankungen, Operationen, Behandlungen, Impfstatus, Entwurmungen 

Körperliche Untersuchung 
Zuerst schaue ich mir den Allgemeinzustand des Pferdes an:  
Erster Eindruck:    wach/aufmerksam oder uninteressiert/apathisch 
Futter- und Pflegezustand:  Gewicht, Größe, Verletzungen, Hufsituation 
Fell:                                     stumpf oder glänzend, schuppig 
Verhalten:                            Reaktion auf den Besitzer und auf mich, 
                                             ggf. Position in der Herde  
Körperbau:                           Gleichmäßige Muskulatur, Belastung aller vier                                                      Beine, Fehlstellungen 
  
Dann beginne ich mit der gründlichen körperlichen Untersuchung: 
Zuerst erhebe ich die PAT Werte (Puls, Atmung und Temperatur). Beim Pferd fühle ich den Puls an der Arteria facialis am Unterkieferast. Der Ruhepuls sollte bei 28-40 Schlägen / Minute liegen. Die Atemfrequenz beim erwachsenen Pferd liegt bei 8-16 Atemzügen / Minute. Diese kann ich an der Flanke beobachten. 
Die Temperatur wird rektal gemessen, hier sollte eine Schnur zum festhalten am Fieberthermometer befestigt sein um ein „hereinsaugen“ in den Verdauungskanal zu vermeiden. Die normale Körpertemperatur liegt bei 37,5-38 °C. Alle PAT Werte liegen beim Fohlen etwas höher. 
Außerdem schaue ich mir die Haut an. Wie ist der Tonus, ist die Haut schuppig, das Fell glanzlos, gibt es kahle Stellen oder Verletzungen? Wie ist die Hauttemperatur? 
Was sagt der Hautfaltentest zum Thema Hydrierung? 
Wie sind die Schleimhäute? Blass, rosa, gelblich oder stark gerötet? Feucht oder trocken?  Wie ist die kapillare Füllungszeit?     
Auch die Mandibularlymphknoten sollten hinsichtlich Größe, Temperatur und Empfindlichkeit beurteilt werden.  
Lässt sich das Pferd am Kopf anfassen? Gibt es Verletzungen oder Anzeichen von Parasiten? (Dies gilt es am gesamten Pferdekörper zu beachten). 
Sind die Augen wach und klar? Gibt es Verletzungen, Fremdkörper oder Ausfluss? Wenn ja, ist dieser klar oder eitrig, wundmachend? Ist es lichtempfindlich? Funktioniert der Pupillenreflex?  
Wie sind Form und Farbe der Nüstern? Gibt es Verletzungen oder Ausfluss?  
Lässt sich der Hustenreflex am Kehlkopf auslösen? Gibt es Atemgeräusche? 
Wie sehen die Zähne aus? Passend zum angegebenen Alter hinsichtlich Form und Stellung? Zahnfleisch gesund oder entzündlich? Sichtbare Zahnhaken, Heuwickel?  
Reagiert es auf Geräusche? Gibt es an oder in den Verletzungen oder Krusten? 
Wie ist die Halsmuskulatur? Gleichmäßig? Gibt es Verspannungen, Knoten, auffällig warme oder kalte Partien, Schmerzreaktion? Scheuerstellen an der Mähne? 
Lahmheiten auf der Vorhand? Schmerz, Wärme, Verdickungen? Beweglichkeit der Gelenke? 
Verspannungen, Verhärtungen, auffällige Temperatur, Schmerzen am Rücken ? Ausbildung der Rückenmuskulatur gemäß Ausbildungsstand? Reaktion an den Shu-Punkten? 
Kann das Pferd bei Druck in der Gurtlage den Rücken gleichmäßig aufwölben? Wenn man von hinten rechts und links von vorne nach hinten über die Kruppenmuskulatur fährt die Hinterhand unter den Schwerpunkt setzen?  
Gleiches gilt für die Hinterhand, zusätzlich normale Beweglichkeit in den Gelenken? Schmerzreaktionen bei Bewegung, Lahmheit? Lastaufnahme gemäß Ausbildungsstand? 
Geschlechtsorgane: Ausfluss? Geruch? Verletzungen? 
Zum Schluss würde ich noch Herz, Lunge und Verdauungsorgane abhören (auskultieren). 
Ich würde hierbei auf Frequenz, Rhythmus und Nebengeräusche achten. Sollte mir etwas auffallen, das sich nicht physiologisch anhört würde ich zur Sicherheit an den Tierarzt überweisen, da mein Erfahrungsschatz zu gering ist, um auf Grund der Auskultation eine (Verdachts-) Diagnose zu stellen. 
Weiterführende Diagnostik Des Weiteren würde ich vom Besitzer die Untersuchung einer Harn- und Blutprobe durch den Tierarzt erbitten um festzustellen ob hier Auffälligkeiten zu finden sind. Mangelsituationen, Entzündungswerte aber auch Tumormarker oder Parasiten lassen sich im Blut finden. 
Auch können, je nach Symptom, bestimmte „Organwerte“ gemessen werden. 
Im Urin können, neben der Beurteilung von Farbe, Geruch, Konsistenz und Beimengungen insbesondere auch Eiweißgehalt, pH-Wert, Hämoglobin, Glukose und der Keimgehalt gemessen werden. 
 
Diagnose 

Für mich ist bei „Sperber“ die erste Diagnose „Geriatrischer Patient“. 
Seine schlechte körperliche Verfassung, Probleme mit dem Wetter (Thermoregulation), Abmagerung, Bewegungseinschränkungen, lordosearrtige Veränderungen der Wirbelsäule, Abfall in der Rangordnung all dies sind typische Symptome eines Pferdesenioren. 
Der schwallartige Harnabgang und das Harnträufeln lassen sich allerdings nicht allein mit dem Alter erklären. 
Da ich gerne zuerst den Allgemeinzustand verbessern möchte, liegen mir vor der direkten Behandlung der Inkontinenz wahrscheinlich schon die Untersuchungsergebnisse von Blut und Urin, möglicherweise auch Röntgenbilder vor.  
Nach derzeitigem Wissensstand gehe ich von einer Arthrose der Wirbelsäule (Spondylarthrose) aus, die Druck auf die zwischen den Wirbelkörpern liegende Bandscheibe ausübt, so dass diese vorquillt und Druck auf die Nervenwurzel ausübt. Der Nerv wird hochgedrückt und einige Nervenfasern werden beschädigt. Dies kann dazu führen, dass der Muskeltonus des Schließmuskels der Blase nachlässt und Harn unkontrolliert aus der Blase austritt. Im Stehen tropfenweise, in der Bewegung schwallartig. 
Da es sich um eine Quetschung und nicht um eine Durchtrennung handelt ist auch die kontrollierte Entleerung noch teilweise möglich.  
Mittels einer Röntgenuntersuchung lässt sich die Verdachtsdiagnose erhärten. 
Hierzu würde ich den Besitzer an den Tierarzt verweisen. 

Differenzialdiagnosen 

Tumor 
Ein oberhalb des Reflexzentrums sitzender Tumor, der auf die Nervenbahnen drückt kann zu Inkontinenz führen. Dies sollte vom Tierarzt mittels bildgebendem Verfahren abgeklärt werden.  
Psychische Ursachen 
Es kommt vor, dass Pferde in Stress- bzw. Paniksituationen schwallartig Harn absetzen. Es muss genau beobachtet und dokumentiert werden in welchen Situationen Sperber dieses Symptom zeigt. Danach muss beurteilt werden ob möglicherweise die Situation in der Herde der Auslöser sein könnte.  
EHV 1 (Equines Herpesvirus Typ 1) 
Eine Infektion mit EHV 1 kann zu einer „Überlaufblase“ führen. Hier sollte zur Abklärung eine Blutuntersuchung (Titerbestimmung) erfolgen. 
Cauda Equina Syndrom 
Beim Cauda Equina Syndrom, dessen Ursachen noch nicht eindeutig geklärt sind, handelt es sich um eine Erkrankung der Nerven im hinteren Rückenabschnitt. 
Das Pferd kann seinen Schweif nicht mehr richtig bewegen und verliert die Kontrolle über Blase und Anus. Es hat einen schlaff hängenden Schweif und verliert Kot und Urin. 
Die Diagnose erfolgt in erster Linie auf Grund der Symptome und über das Ausschlussverfahren. 

Behandlungsmöglichkeiten 

Konventionelle Behandlungsmöglichkeiten 
Der Tierarzt würde beim Verdacht auf Spondylarthrose wahrscheinlich ein Schmerz- und Entzündungshemmendes Mittel verordnen.  
Die Inkontinenz selber lässt sich schulmedizinisch nur bedingt beeinflussen. Es geht eher darum, Folgeprobleme zu vermeiden. Hierzu muss auf vollständige Entleerung der Blase (evtl. mittels Katheter) geachtet werden, damit sich kein Harngrieß bildet. Auch wird wahrscheinlich vorbeugend Antibiotika gegeben.     
Alternative Behandlungsmöglichkeiten 
Hier möchte ich verschiedene alternative Behandlungsmöglichkeiten, die mir als Tierheilpraktikerin zur Verfügung stehen, kurz vorstellen: 

Traditionelle chinesische Medizin (TCM) 
In der TCM spielt das „Qi“, die Lebensenergie eine herausragende Rolle. Ist das Qi schwach geht es dem Patienten schlecht. Neben dem Qi sind Ying und Yang zwei Schlüsselbegriffe. Sie symbolisieren das Gegensätzliche, trotzdem eng verbunden und einen Teil des jeweils anderen enthaltend. 
Sind Ying und Yang aus dem Gleichgewicht wird der Körper krank. 
Die traditionelle chinesische Medizin besteht aus mehreren Komponenten um den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dies sind  

Akupunktur 
Bei der Akupunktur werden die auf den 12 Meridianen liegenden Akupunkturpunkte mit speziellen Akupunkturnadeln je nach Indikation sedierend oder tonisierend behandelt. 
Durch unterschiedliche Verweildauer, Stichrichtung eventuell Hinzunahme von Moxakraut können verschiedene Wirkungen erzielt werden. 
Auch ist es möglich die Akupunkturpunkte mit einem Laser, einem Penzel-Stab oder mit den Fingern zu behandeln. 
Auch das Setzen von Blutegeln auf Akupunkturpunkte ist möglich. 
Phytotherapie 
Auch in der TCM spielt die Kräuterheilkunde eine große Rolle. Es gibt für jeden Zustand (Fülle/ Leere, Hitze / Kälte, Schleim usw) verschiedene Kräuter um diesen zu beeinflussen und den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen. 
Eine genaue Kenntnis der chinesischen Kräuter ist hierzu notwendig. 
5-Elemente-Ernährung 
Jeder Geschmacksrichtung wird eine der fünf Wandlungsphasen zugeordnet. So können die entsprechenden Lebensmittel, bei richtiger Auswahl, dabei helfen, den Körper zurück ins Gleichgewicht zu bringen.  
Tuina (Massagen) 
Bei der Tuina Massage werden die Meridiane und Akupunkturpunkte behandelt und Blockaden gelöst so dass das Qi wieder frei fließen kann. 
Qi Gong 
Diese Bewegungsübungen spielen beim Tier eine untergeordnete Rolle. 

Klassische Homöopathie 
Der Begründer der klassischen Homöopathie ist Samuel Hahnemann. Durch seinen berühmten Chinarinden-Versuch fand er heraus, dass sich mit Chinarinde, welche bei Einnahme Symptome ähnlich wie Malaria hervorruft, die Malaria heilen ließ. 
In mehreren Versuchen mit verschiedenen Pflanzen (später auch Mineralien, Tiere usw.) bestätigte sich, dass sich Ähnliches mit Ähnlichem heilen lässt (simila similibus curentur > Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt = Simile-Prinzip). 
Dies ist eine der drei Säulen der Homöopathie. 
Die zweite ist die Arzneimittelprüfung am Gesunden. Hierbei nehmen die Studienteilnehmer über mehrere Tage geringe Mengen der zu prüfenden  Ursubstanz (selten eine Verdünnung) und notieren sehr detailliert sämtliche auftretenden Symptome, sowohl die Körperlichen als auch Gemütszustand, Modalitäten (wann besser / wann schlechter), Träume, Ängste usw. 
Hieraus ergibt sich das Arzneimittelbild, welches in der Materia Medica festgehalten wird. 
Die dritte Säule ist die Potenzierung. Hierbei wird die Ursubstanz verdünnt (meistens mit Milchzucker oder Alkohol) und gleichzeitig durch verschütteln oder verreiben dynamisiert. Hierdurch intensiviert sich die Wirkung der Substanz. 
Nach einer gründlichen Anamnese (Befragung) sucht der Homöopath im Repertorium nach den vom Patienten (Besitzer) beschriebenen und bei der körperlichen Untersuchung festgestellten Symptomen. Hierbei spielen die für den Fall besonderen Symptome eine herausragende Rolle bei der Mittelfindung.  
Nach der gründlichen Repertorisation werden die in Frage kommenden Mittel noch einmal in der Materia Medica nachgelesen und das für den Fall ähnlichste Mittel wird ausgewählt. 
Die Frage nach Potenz und Dosierung richtet sich nach dem Patienten. Allgemein kann man sagen, dass eine tiefe Potenz eher häufiger gegeben werden muss, eine Hochpotenz dagegen eine lange Wirkdauer vorweisen kann. Ein Patient mit guter Lebenskraft kann eher eine Hochpotenz erhalten. Wenn man sich mit der Mittelwahl nicht ganz sicher ist sollte man keine Hochpotenz wählen. 
Es ist wichtig den Patienten nach der Mittelgabe genau zu beobachten um an der Reaktion feststellen zu können, ob Mittel und Potenz richtig waren. 
Es kann durchaus zu einer Erstreaktion kommen, hier verschlechern sich kurzzeitig die aktuellen Symptome,  danach erfolgt Besserung gemäß der Hering`schen Regeln: 
Von Oben nach Unten 
Von innen nach außen  
Vom aktuellen zum früheren        
Wichtig ist nach Mittelgabe der enge Kontakt zum Patienten (Besitzer) um den Verlauf der Behandlung beurteilen zu können. 
Der Tierheilpraktiker darf homöopathische Arzneimittel anwenden, aber nicht 
abgeben! 

Homöopathische Komplexmittel 
Unter dem Begriff homöopathische Komplexmittel versteht man ein Arzneimittel das aus einer Mischung verschiedener homöopathischer Einzelmittel besteht. 
Die Einzelmittel sollen sich in der Wirkung verstärken und ergänzen. Im Gegensatz zur klassichen Homöopathie gibt es keine Arzneimittelprüfung am Gesunden sondern Erfahrungswerte. 
Die Verordnung von Komplexmitteln ist weniger aufwändig, da keine Repertorisation nötig ist. Es gibt Komplexmittel für verschiedene Krankheitsbilder (z.B. Verdauungsbeschwerden, Nierenprobleme, Probleme am Bewegungsaparat etc). 

Spagyrik 
Die Spagyrik ist die Heilkunst der Alchimisten und schlägt eine Brücke zwischen der klassischen Homöopathie und der modernen Pflanzenheilkunde. Durch den aufwändigen Herstellungsprozess (Gärung, Destillation, Veraschung, Wiedervereinigung, Filtration). So werden schädigende / unreine Inhaltsstoffe der Pflanze gelöst und eine  toxin- und nebenwirkungsfreie „reine“ Heilpflanzenessenz entsteht. 
In der Spagyrik ist es wichtig, den Patienten ganzheitlich, mit Körper, Geist und Seele zu betrachten und genaue Kenntnisse über die Heilkraft der Pflanzen zu haben. Hierbei spielt auch die Signaturenlehre nach Paracelsus eine große Rolle, die besagt, dass die Pflanzen durch ihre Form, Farbe, Struktur, Geruch oder Konsistenz Ähnlichkeit mit den Organen / Strukturen haben, die siezu heilen vermögen. 
Es ist möglich, mehrere Einzelessenzen individuell für den Patienten mischen zu lassen, so können sie sich in ihrer Wirkung ergänzen und verstärken. Die Abgabe darf nur über die Apotheke erfolgen. 

Manuelle Therapie 
Unter manueller Therapie versteht man die Therapie mit den Händen: Massagen, Physiotherapie, Dehnübungen oder auch Stresspunktmassage. 
Es können Verspannungen gelöst, Muskeln aufgebaut, Gelenke entlastet, Hyperämisierung erreicht, Verklebungen gelöst werden und noch vieles mehr. Auch die Lymphdrainage gehört zur manuellen Therapie. 
Dem Besitzer sollten nach der Behandlung Übungen gezeigt werden, die er zuhause regelmäßig mit seinem Ter durchführen sollte um den Behandlungserfolg zu gewährleisten. 
 
Medizinisches Taping 
Mit speziellen Tape-Streifen lassen sich Muskeln, Nerven, Faszien und Meridiane beeinflussen. 
Über verschiedene Klebetechniken kann man z.B. Sehnen stabilisieren,  Körperhaltung und Bewegungsabläufe beeinflussen, den Stoffwechsel und den Lymphfluss anregen (Abbau von Blutergüssen / Schwellungen). 

Verhaltenstherapie 
In der Verhaltenstherapie kommt es auf ein besonderes Wissen über das natürliche Verhalten der Tiere an. Häufig haben Besitzer ein Problem mit für die Tiere völlig normalem Verhalten. Hier gilt es eher den Besitzer zu therapieren bzw. aufzuklären.  
Durch die modernen Haltungsformen sind allerdings viele Tiere in ihrem natürlichen Verhalten so stark eingeschränkt, dass sie echte Verhaltensstörungen zeigen. 
Hier gilt es auch mit viel Fingerspitzengefühl den Halter aufzuklären, eine Verbesserung der Situation herbeizuführen und dem Tier einen Weg aus seinem Verhalten zu zeigen. 
Wichtig bei Verhaltensproblemen ist immer, Mensch und Tier gemeinsam zu behandeln und ein Umfeld zu schaffen, in dem es dem Tier möglich ist, sein Fehlverhalten abzustellen. 

Schüssler Salze 
Dr. Schüssler begründete eine Heilmethode mit potenzierten Mineralsalzen, die von Natur aus zu den Bestandteilen der menschlichen (und tierischen) Zellen, Gewebe und Organe gehören. 
Er geht davon aus, dass, wenn diese Mineralien fehlen, der Organismus erkrankt.  
Durch die Potenzierung wirken die Mittel nicht auf der materiellen Ebene (Ein echter  Mangel kann nicht ausgeglichen werden) sondern auf der energetischen Ebene als „Türöffner“ so dass die Zelle das Mineral besser aufnehmen kann.  

Bachblüten 
Der Erfinder der Bachblüten-Therapie, Edward Bach, ging davon aus, dass durch die Harmonisierung auf der seelischen, feinstofflichen Ebene auch körperliche Symptome verschwinden. 
Hierzu nutzte er  37 verschiedene, wild wachsende Blüten sowie das Wasser einer bestimmten Quelle. Bei der Auswahl der Blüten ließ er sich von einer Intuition leiten. 
Er teilte die Blüten in 7 Gruppen verschiedener Gemütszustände ein und ordnete jeder Blüte einen Persönlichkeitstyp zu. 
Die Bachblüten sollen negative Empfindungen / Persönlichkeitsanteile allerdings nicht unterdrücken sondern in eine positive Haltung umwandeln und den Weg für die eigenen Selbstheilungskräfte bereiten. 

Bioresonanz 
Jeder Organismus, jedes Organ und jede Zelle hat seine/ihre eigen Schwingung. Mittels verschiedener Bioresonanzprogramme werden die verschiedenen Strukturen getestet, Blockaden / schwächende Zustände  erkannt und durch die Gabe von Schwingungen Reparaturen ausgeführt. Der Organismus wird harmonisiert, Heilung kann erfolgen.   

Phytotherapie 
Die Kräuterheilkunde beruht auf Jahrhunderte alten Erfahrungen.  
Als Begründer der so genannten Signaturenlehre gilt Paracelsus, der im 15. Jahrhundert entdeckte, dass Pflanzen durch ihre Form, Farbe, Konsistenz, Beschaffenheit usw. Aufschluss darüber geben, zu welchem Organ / Teil des Körpers sie einen Bezug haben, welche Krankheiten sie heilen können. 
Dieses alte Wissen wird auch heute noch genutzt.  
Heute sind verschieden Pflanzeninhaltsstoffe bekannt, denen man eine bestimmte Wirkung zuschreiben kann. 
Eine genaue Kenntnis der Pflanzen, ihrer Inhaltsstoffe und Wirkweisen ist nötig, um die jeweils für den Patienten passenden Drogen verordnen zu können.    

Blutegel 
Die Behandlung mit Blutegeln wird auch als kleiner Aderlass bezeichnet. Neben dem Effekt des Aderlasses (insbesondere beispielsweise bei Hufrehe) wirkt der Speichel der Egel antiphlogistisch, antithrombotisch, analgetisch, lymphanregend sowie immunisierend. Durch gerinnungshemmende Stoffe  wird die Blutung auch nach abfallen er Egel noch eine Weile anhalten. Dies ist durchaus erwünscht.  
Die Blutegel lassen sich über die Apotheke oder direkt bei einer Blutegel Zucht beziehen. 
Zum Ansetzen nimmt man den Egel mit er behandschuhten Hand aus seinem Wasserglas und setzt ihn an die zu behandelnde Stelle. Im Normalfall muss die Stelle nicht rasiert oder vorbehandelt werden. Die perfekt Bissstelle finden die Egel normalerweise von allein. Man kann sonst auch ein kleines (Schnaps)Glas verwenden und den Egel damit auf eine ganz bestimmte Stelle setzen. In seltenen Fällen kann es nötig sein, die Haut leicht anzuritzen damit der Egel durch das austretende Blut auf den Geschmack kommt. 
Wenn alle Egel angesetzt sind kann die Stelle mit einem lockeren Verband abgedeckt werden damit die Egel nicht abgeleckt / geschüttelt / gekratzt werden können. 
Wenn die Egel abgefallen sind sollte die Bissstelle locker verbunden werden um die Infektionsgefahr gering zu halten. Ggf. muss der Verband auf Grund der gewünschten Nachblutung gewechselt werden. 
Nach der Behandlung müssen die Egel eingefroren werden, da sie wegen der Infektionsgefahr nicht noch einmal verwendet werden und auch nicht einfach ausgesetzt werden dürfen. 
Einige Egelzuchten bieten mittlerweile die Möglichkeit, die Egel zurück zu schicken, dort werden sie dann in einem Rentnerbecken ausgesetzt. 

Therapieplan 

Mir ist in diesem Fall eine ganzheitliche Behandlung besonders wichtig. Sperber hat parallel mit mehreren ineinander greifenden Problemen zu kämpfen, die möglichst bald behoben werden sollten. 
Zuerst einmal gilt es, die Haltung zu optimieren, um zu erreichen, dass der größte Leidensdruck durch Hitze, Wasser- und Futtermangel sowie Isolation in der Herde gemindert wird. 
Hierzu würde ich den Besitzern vorschlagen, Sperper stundenweise, bei großer Hitze tagsüber, sonst in der Nacht aufzustallen. So kann er in Ruhe fressen und saufen sowie sich in Ruhe ablegen. Außerdem ist die Temperatur im Stall häufig angenehmer. 
Wenn Sperber im Offenstall steht sollte man ihn stundenweise aus den gleichen Gründen von den anderen Pferden separieren. 
Die nächste Frage bei der Offenstallhaltung ist, ob der Wallach diese schon vor seiner „Pensionierung“ gewohnt war oder ob er bis dahin in der Box gehalten wurde. 
Manche Pferde, denen die Besitzer zum Lebensabend nach jahrelanger (Einzel)Boxenhaltung etwas gutes tun wollen, kommen mit der Umstellung nicht zurecht. 
Plötzlich sind sie Wind und Wetter ausgesetzt und müssen sich gegenüber anderen Pferden behaupten wenn es um Fressen, Wasser und Ruhephasen geht.  
Hier ist es, wenn der Senior im Offenstall in der Gruppe abbaut, sinnvoller, ihn über Nacht (im Sommer über Mittag) aufzustallen, so dass er in Ruhe fressen, saufen und ausruhen kann und ihn den Rest der Zeit mit der Gruppe laufen zu lassen. 
Die altersgerechte, individuelle Fütterung ist der nächste wichtige Punkt. Je nach Zahnstatus (mindestens 1x jährlich vom Zahnarzt abklären lassen) kann das alte Pferd Heu und Kraftfutter nur noch unzureichend kauen und verwerten. 
Außerdem reicht die reine Gras oder Heufütterung häufig nicht mehr aus um den Bedarf zu decken. 
Es sollte Heu zur freien Verfügung haben, sollte es dieses nicht mehr richtig kauen können ist es sinnvoll zum Ersatz eingeweichte Heu / Grascobs zu füttern. 
Auch Zuckerrübenschnitzel sind ein guter „kaubarer“ Energielieferant. Dazu kann hochwertiges Leinöl gefüttert werden, dies ist neben der Energiezufuhr gut für Haut und Haarkleid. Auch die Fütterung von Bierhefe kann das alte Pferd unterstützen. 
Neben diesen Punkten sollte auch das Verhalten der Pferde untereinander beobachtet werden: 
Gibt es einen bestimmten Unruhestifter in der Herde? Jemanden mit dem Sperber sich ganz gut verträgt? Wäre es möglich, die Gruppe zu teilen, so dass mehr Ruhe herrscht? 
Es sollte außerdem dafür gesorgt werden, dass stets mehrere Tränkemöglichkeiten zur Verfügung stehen. Wenn der Aufbau einer zweiten Selbsttränke nicht möglich ist kann ein Wasserbottich / Wasserfass (Vorsicht > Verletzungsgefahren beachten) aufgestellt werden. Dass alle Tränkemöglichkeiten täglich kontrolliert und ggf. gereinigt werden müssen, sollte selbstverständlich sein. 
Auch sollten, bei Heufütterung auf der Weide, immer genügend Fressplätze (einer mehr als Pferde in der Gruppe) oder, wenn eine Heuraufe aufgestellt ist, sollte es auch eine Ausweichmöglichkeit  für die rangniedrigeren Pferde geben. 
Zusätzlich würde ich Sperber Bachblüten verordnen, um sein Selbstbewusstsein zu unterstützen. Folgende Blüten wären, nach genauer Analyse der Situation, möglich: 
Centaury: Willensschwäche, Beeinflussbarkeit, Unterwürfigkeit 
Cerato: Natürliches Selbstbewusstsein fehlt 
Clematis: Interessenlosigkeit, Teilnahmslos und abwesend 
Gentian: Entmutigung, Niedergeschlagenheit, ziehen sich zurück 
Honeysuckle: Schlechte Gewöhnung an neue Situationen, uninteressiert 
Hornbeam: Antriebsschwach, müde und kraftlos 
Larch: Mangel an Selbstvertrauen, unsicher, unterwürfig 
Olive: Mangel an Energie, Kraftlosigkeit 
Zudem würde ich genau auf die Nutzung schauen: 
Wird noch etwas mit Sperber gearbeitet, wenn ja, was, wenn nein, warum und seit wann nicht? 
Ich würde den Besitzern empfehlen, wenn nicht etwas ernsthaft dagegen spricht, ihn nicht komplett weg zu stellen sondern sich weiterhin, im Rahmen seiner Möglichkeiten, mit ihm zu beschäftigen. 
Die Beschäftigung ist gut für die Psyche und die Muskulatur wird erhalten / aufgebaut. 
Spaziergänge im fleißigen Schritt, 1-2 x wöchentliches longieren, ganz wichtig im korrekten vorwärts-abwärts auf einem großen Zirkel, kann die Rückenmuskulatur aufbauen und die Lordose zwar sicher nicht rückgängig machen, aber eventuell verbessern oder zumindest ein fortschreiten aufhalten. 
Für das korrekte vorwärts-abwärts würde ich eine Longierhilfe empfehlen, die über den Rücken des Pferdes, zwischen den Vorderbeinen hindurch in den Kappzaum eingeschnallt wird. Diese gibt dem Pferd, korrekt verschnallt, den Impuls nach unten und wird wirkungslos, wenn das Pferd nachgibt. 
Wenn die Lordose nicht zu weit fortgeschritten ist, sich Muskulatur aufbauen lässt, keine anderen Gründe dagegen sprechen und, ganz wichtig, Serber Spaß daran hat, spricht für mich auch nichts dagegen, dass ein leichter Reiter (evtl . Kind /Jugendlicher?) ihn im Schritt gemütlich ins Gelände reitet. 
Zudem würde ich, um eine Grundlage zu schaffen, Sperber entgiften sowie, bei einem alten Pferd immer sinnvoll, das Immunsystem unterstützen.  
Zur Entgiftung würde ich  eine individuelle spagyrische Mischung verwenden. Diese könnte wie folgt aussehen: 
Taraxacum officinale Entgiftung der Leber 
Solidago  Entgiftung / Ausleitung Niere 
Okoubaka  Ausleitung über den Darm 
Thuja   Ausleitung über Lymphe 
Urtica dioica  Entgiftung / Reinigung Blut und Urin 
Betula alba  sanfte Durchspülung der Harnwege 
Lycopodium  bei Stoffwechselschwäche, insbes. Ältere Tiere  
Das Immunsystem würde ich mit dem Komplexmittel Engystol von Heel stärken. Hier sollten die Besitzer ihm einmal täglich eine Ampulle mit einer Spritze (ohne Nadel!) ins Maul geben.  
Nachdem so das Allgemeinbefinden gebessert wurde, würde ich die Spondylarthrose wie folgt behandeln: 
Zu Beginn der Behandlung würde ich Traumeel und Zeel von Heel verabreichen. Diese Mittel wirken schmerzlindernd. Alternativ können auch Ingwer oder Teufelskrale gefüttert werden. 
Auch das Ansetzen von Blutegeln kann dem Pferd Linderung verschaffen.  
Die aus der chinesischen Medizin stammende Kräutermischung Drynaria kann einen Rückgang der Knochenwucherungen bewirken, neuen Knorpel bilden, den Knochen stärken und die Durchblutung fördern.  
Zur Behandlung der Inkontinenz würde ich eine zweite spagyrische Mischung verordnen, die die Regeneration der Nerven anregt und den Tonus der Blasenmuskulatur erhöht. 
Aconitum  Reiz-, Schmerz- und Entzündungshemmend 
Sarsapilla  Bei Harnträufeln, Reizung der Harnorgane 
Sabal serrulatum zur Blasenstärkung, beo Harnablassstörungen 
Solidago  entkrampfend, entzündungshemmend, bei unwillkürlichem     Harnabgang  
Equisetum arvense kräftigt das Bindegewebe der Harnorgane 
Hypericum  beruhigt das Nervensystem, schmerzlindernd  
Auch hoffe ich hier auf Besserung durch die Neuordnung der Haltung, Stressreduktion und gezielte Bewegung mit Muskelaufbau. 
Auch würde ich mittels Bioresonanzgerät PS10 eine Analyse und Harmonisierung vornehmen. 
Ich hoffe, dass sich durch die Maßnahmen Sperbers Allgemeinzustand verbessert und er noch einige beschwerdefreie Jahre vor sich hat.